Gedanken zum 11. März

Vor 4 Jahren das Erdbeben, vor 4 Jahren Fukushima. Wie weit ist Tohoku wiederhergestellt, wie weit ist Tohoku wieder aufgebaut? Gleichzeitig wird für die Tokyo Olympics Unmengen Geld weggeschmissen. Absolut unverständliche Vorgehensweise. Ich verstehe die Bedeutung davon ganz und gar nicht. Der Eindruck des Freiwilligeneinsatzes von vor 4 Jahren in Ishinomaki ist noch immer stark. Letztes Jahr im August ist ein Kollege von damals wieder nach Tohoku gefahren. Auch wenn es augenscheinlich wiederaufgebaut ist, sobald man einen Schritt zur Seite tritt sind die Verhältnisse noch immer schecklich.

tohoko-tokyo-de

Am heutigen Tag der Erinnerung lasst uns den Menschen, die in Tohoku leiden, ohne Arbeit, ohne Eigenheim, ohne Unterstützung, und über allem aus den Medien der Welt und Japan, und aus dem Bewusstsein der Japaner verschwunden sind, Wärme, Mitgefühl schicken.

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Franz Wieser – Gasteiger Bluat is ka Rührmili

Gasteiger BluatOk, seit langem ein Buch das ich nicht empfehlen kann. Das Machwerk eines esoterisch angehauchten Malers aus Kuchl, der versucht eine Philosophie zu kreieren. Leider ist er weder sprachlich/schriftstellerisch noch intellektuell dem Anspruch gewachsen. Ein Buch das von Platituden strotzt, wo jeder Satz eine Qual für den literarisch gebildeten Leser ist. Keine Tiefe, nur heiße Luft die versucht wird mit pseudo-religiöser, pseudo-philosphische und esoterischer Farbe interessant zu machen.

Andere Leute mögen sich an der expliziten Sexualsprache stoßen – für mich ist das irrelevant und kein Problem. Mir kommt es eher vor das damit die Unzulänglichkeit des Gesamtwerk übertüncht werden soll. Jedenfalls habe ich in diesem Buch nichts, aber auch wirklich nichts von Wert gefunden. Jede gelesene Minute kam mir wie Verschwendung vor. Jedesmal wenn ich von Wieser zu Kawabata (Snow Country) oder einem der anderen Bücher wechselte, verspürte ich Erleichterung.

Franz Wieser, der Autor, mag vielleicht ein guter Maler sein, darüber kann ich nicht urteilen. Aber seine literarischen Qualitäten lassen sehr zu wünschen übrig, und seine Ausflüge in die Welt des Schreibens sollten besser unterbleiben.

Nicht kaufen, nicht lesen, es ist Verschwendung.

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Christoph Ransmayr – Atlas eines ängstlichen Mannes

Atlas eines ängstlichen Mannes - Ransmayr, ChristophSeit langem habe ich wieder ein Buch von Christoph Ransmayr (Homepage des Autors) gelesen. Großer Fan seiner ersten Bücher – Die Schrecken des Eises und der Finsternis, Die letzte Welt (mein Favorit!), Morbus Kitahara – der ich bin, freute ich mich schon sehr. Das vorliegende Buch, letztes Jahr erschienen, ist ein Sammlung von kurzen Stücken, verstreut über die ganze Welt. Ein persönlicher Atlas eines Viel-Reisenden. Und obwohl jedes einzelne der Stücke oft betroffen, manchmal lustig, ist, hängt dem gesamten Buch doch eine leicht gedämpfte Stimmung nach.

Gefallen hat es mir wohl, das Buch – doch meiner Meinung nach kommt es nicht an die Romane der ersten Jahre heran. Eine Sammlung von Kurzgeschichten ist immer so wie leicht zusammengestückelt, es fehlt mir der Generalentwurf. Oder anders gesagt, ich habe nicht das Gefühl des großen Werkes. So gut Kurzgeschichten auch sein mögen (wer kann sich nicht an den phantastischen Welten des Jorge Luis Borges erfreuen?) – ein Roman ist mir immer noch lieber, weil er mir erlaubt in eine neue Welt einzutauchen. Kurzgeschichten erinnern mich zu sehr an den Zeitgeist des schnellen Konsums.

Aber vielleicht bin ich nur überkritisch. Ein gutes Buch ist es allemal, wunderbare Geschichten aus dem Leben, mit viel Bedacht für Details erzählt. Und am Ende ist Lesen doch immer das Abenteuer im Kopf.

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Barbara Coudenhove-Kalergi: Zuhause ist überall

Barbara Coudenhove-Kalergi: Zuhause ist überallDie Autobiographie von Barabara Coudenhove-Kalergi birgt einen reichen Schatz an historisch interessanten und persönlichen Ereignissen einer Frau die wie wenige andere die österreichische Nachkriegsgeschichte durch Intelligenz und Humanität geprägt hat. Das Buch ist in print und in elektronischer Form erhältlich, und ich kann jedem der der deutschen Sprache halbwegs mächtig ist und Interesse an gelebter Geschichte hat dieses Buch ans Herz legen.

Neben vieler erheiternden Geschichten und Photos ist auch der Japanbezug gegeben, da die Gattin eines Großvaters die erste Japanerin war die nach der Öffnung Japans nach Europa kam. In Japan ist Lady Mitsuko eine wohl-bekannt, mit Musicals und Manga. Barbara Coudenhove-Kalergi hat zu ihrer Großmutter den Artikel Sojasauce auf dem Grab in der Presse veröffentlicht.

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